
Hier finden Sie Informationen zum Naturstoff Chitosan und erfahren, warum er so gut für den Einsatz in Dentachin®-Zahnpasta geeignet ist.
Es wird berichtet, dass Krabbenfischer gesunde Zähne haben, weil sie unterwegs die frisch gekochten Krabben kauen.
Die Krabbenschalen bestehen im Wesentlichen aus Chitin, einem harten Panzer. Das Chitin kann durch eine chemische Umsetzung in Chitosan umgewandelt werden.
In den letzten Jahren ist auf dem Gebiet der Chitosan-Forschung eine rege Aktivität entwickelt worden:
Einen Überblick über Chitin und Chitosan gibt der Artikel von D. Schanzenbach (2000).
Chitin ist mit der Cellulose verwandt, beide sind ß-1,4-verknüpfte gluco-konfigurierte Homopolymere. Das Chitin enthält
eine Acetamido-Gruppe anstelle der Hydroxy-Gruppe bei der Cellulose.
Chitosan unterscheidet sich vom Chitin durch das Vorhandensein freier Aminogruppen.
Die Umwandlung zum Chitosan erfolgt durch die Deacetylierung der Acetamido-Gruppe.
Vollständig deacetyliertes Chitosan besitzt keine N-Acetylgruppen (Abb.1):
Natürliches Chitin hat eine mittlere Molmasse von 1 - 2 x 106 Dalton und damit Kettenlängen von 6.000 - 12.000 Monosaccharid-Einheiten. Das Chitosan hat eine geringere mittlere Molmasse, da bei der Umwandlung auch teilweise eine Spaltung der Ketten erfolgt.
Chitin ist ein Hauptbestandteil der Hüllsubstanz der Gliederfüßer (Arthropoda), das heißt der Spinnenartigen (Chelicerata),
Insekten (Insectae) und Krebstiere (Crustacea). Es kommt aber auch in Pilzen vor und bei einigen Arten der Wirbellosen.
Die jährliche Regeneration an Chitin beträgt 2,3 * 109 t. Der Anteil von verwertbarem Chitin an der marinen
Biomasse beläuft sich auf ca. 106 – 107 Tonnen.
Für die Gewinnung von Chitin und Chitosan werden im Wesentlichen die Abfälle aus der Lebensmittelindustrie der
Krabben verwendet: die Krabbenschalen, die beim "Pulen" (Schälen) der Krabben anfallen.
Chitin wird aus den Krabbenschalen durch Entfernung der Fleischreste (Deproteinierung) gewonnen. Dann müssen die
Kalzium-Verbindungen aus der Schale entfernt werden (Decalzifizierung), die dem Panzer die Härte verleihen.
Die Umwandlung zum Chitosan erfolgt in der Regel chemisch. Eine enzymatische Umwandlung ist noch im Stadium der Forschung.
Chitin ist relativ beständig gegen mechanische und chemische Einflüsse.
Chitosan wird durch folgende Eigenschaften charakterisiert:
Chitosan bindet schädliche Bakterien wie Streptokokken, die für die Bildung von
Zahnkaries verantwortlich sind (experimentell am Institut für Umwelttechnik EUTEC
nachgewiesen).
Muzzarelli (1997) sowie Sano (1991) beschreiben in ausführlichen Studien, dass
Streptokokken sich nach einer Chitosan-Behandlung der Zahnoberfläche nicht mehr
auf dieser anlagern.
Die an das Chitosan in der Zahnpasta gebundenen Bakterien werden nach dem
Zähneputzeneinfach mit dem Mundspülwasser ausgespült.
Chitosan fördert die Wundheilung (Ishihara, 2002) – ein wichtiger Aspekt für Parodontose-Patienten.
Es hat einen positiven Einfluss auf die Regeneration der Mundschleimhaut.
Chitosan bindet spezifisch Schwermetalle wie z.B. das eventuell aus Amalgamfüllungen
austretende Quecksilber. Am Institut für Umwelttechnik EUTEC sind die
Schwermetall bindenden Eigenschaften von Chitosan experimentell untersucht worden
(Becker, 1998). Auch Muzzarelli (1974) und andere (Guibal, 1997; Domard,
2000) haben in ihren Studien die Schwermetall bindenden Eigenschaften von Chitosan
untersucht und nachgewiesen.
Chitosan bildet auf glatten Oberflächen Filme (Remunan-Lopez, 1996; Park, 1999).
Es wird davon ausgegangen, dass Chitosan auch auf der (geputzten) Zahnoberfläche
Filme bilden kann und sie damit gegen schädliche Einflüsse (Bakterien) versiegelt.
Chitosan wirkt als Dispergierhilfsmittel in der Rezeptur der Zahnpasta.
Chitosan wirkt durch seine chemische Struktur wie ein Puffer, der die Wirkung
schädlicher Säuren im Mund abfängt (sein pKs-Wert liegt bei 6,3.)
Es wird in der Literatur eine Vielzahl von Anwendungen diskutiert:
Becker, T. : “Ionenaustauscher auf Chitosan-Basis”, Dissertationsschrift, 1998 A. Domard, E. Piron, „Recent approach of metal binding by chitosan and derivatives, Adv. Chitin Sci. 4, 295 – 301, 2000
Guibal, E., Milot, C., Roussy, J.: “Chitosan-gel beads for metal recovery”, in Chitin Handbook, R.A.A. Muzzarelli et. al., Grottamare, 423 – 429, 1997
Ishihara, M.: “Photocrosslinkable Chitosan Hydrogel as a Wound Dressing and a Biological Adhesive”, Trends in Glycoscience and Glycotechnology, Vol.14 No.80 (November 2002) pp.331–341
Muzzarelli,R.A.A., Rocchetti, R.: “Enhanced capacity of chitosan for transitionmetal ions in sulphuric acid solutions”, Talanta Vol. 21, 1137 – 1143, Pergamon Press, 1974
Park, H.J., Jung, S.T., Song, J.J., Kang, S.G., Vergano, P.J., Testin, R.F.: “Mechanical an barrier properties of chitosan-based biopolymer film, Kichin, Kitosan Kenkyu 5, 19 -26 [Chem. Abstracts 131, 20503], 1999
Remunan-Lopez, C., Bodmeyer, R.: “Mechanical and water vapour transmission properties of polysaccharide films, Drug Dev. Ind. Pharm. 22, 1201 – 1209, 1996
Sano, H., Matsukubo, T., Shibasaki, K., Itoi, H., Takaesu, Y.: “Inhibition of adsorption of oral Streptococci to saliva treated hydroxiapatite by chitin derivatives”, Bull. Tokyo dent. Coll., Vol. 32, No. 1, 9 – 17, 1991
Schanzenbach, D.: „Chitin und Chitosan“, Praxis der Naturwissenschaften- Chemie, 6/49, 2000